Historie

Die Chronik des SV Bubenreuth

Der Gedanke zur Gründung eines Sportvereins in Bubenreuth geht schon in die zwanziger Jahre zurück. Gleich nach dem 1. Weltkrieg bildeten 12 Bubenreuther eine Fußballmannschaft, die auch einige Spiele gegen Erlanger und Baiersdorfer Vereine austrug; zur Gründung eines Vereins kam es damals jedoch noch nicht.

Der Zeitpunkt der tatsächlichen Gründung des SVB war der 18. Mai 1952, nachdem Bürgermeister Paulus und Landwirt Zeitner ein Grundstück zur Erstellung eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt hatten. Im Saal des Gasthauses Angermüller schritt man unter Anwesenheit der Nachbarvereine Tuspo Baiersdorf und ASV Möhrendorf zur offiziellen Gründung des Vereins. Edgar Bauer wurde zum 1. Vorstand, Hans Kaiser zum 2. Vorstand, Rudi Fischer zum Schriftführer und Anton Heinzmann zum Kassier gewählt.

Vorrangig dachte man an die Bildung einer Fußballabteilung mit einer 1. und 2. Mannschaft, einer Jugend- und Schülermannschaft. Gleichzeitig sollte eine Turnabteilung ins Leben gerufen werden; es dauerte dann aber noch zwei Jahre, bis sich die Turner in ihrer Abteilung zusammenfanden.

Doch zunächst ging es darum, die Voraussetzungen für den Spielbetrieb der Fußballer zu schaffen. Gelände war vorhanden, nun ging es an die Abmessung, Einzäunung und Präparierung des Platzes. Eine eifrige Mitarbeit fast aller Mitglieder begann. Bäume wurden gefällt für die Einzäunung (einige sportbegeisterte Waldbesitzer stellten das Holz kostenlos zur Verfügung), die "Army" schob mit ihren Baugeräten den Platz eben, anschließend wurde Grassamen (zusammengefegt auf den Heuböden der Bauern) ausgesät, und die Feuerwehr sorgte für die Feuchthaltung des Platzes. In der Zwischenzeit wurden in der neuen Fußballabteilung die organisatorischen Arbeiten in Angriff genommen, so dass bereits am 9./10. August 1952 die Einweihung gefeiert werden konnte.

1953 stieg die junge Mannschaft bereits in die B-Klasse auf, und in den folgenden Jahrzehnten waren Auf- und Abstiege zwischen C-, B- und A-Klasse zu verzeichnen. Nach der Neueinteilung der Spielklassen im Jahr 1998 spielt die 1. Mannschaft in der A-Klasse Erlangen-Forchheim Süd, der untersten Spielklasse. Darüber hinaus nehmen in der aktuellen Saison 9 Jugendmannschaften sowie die Altherren-Mannschaft am Spielbetrieb teil. Die Abteilung hat derzeit ca. 300 Mitglieder.

Alle Kräfte zur Gründung einer Turnabteilung mobilisierte der damalige Turnwart Josef Teller gemeinsam mit Bruno Kreuzinger. Von einer Spendensammlung wurde ein Barren, ein Kasten, Matten und ein Sprungbrett angeschafft, und mangels geeigneter Räumlichkeiten turnte man zunächst im Saal des Gasthauses Angermüller. Große Verdienste um den Aufbau der Turnabteilung erwarb sich damals Gauoberturnwart Hanni Dressel vom TV 48 Erlangen, der dem jungen Verein mit Rat und Tat zur Seite stand. In den folgenden Jahren hatte die Turnabteilung viele Schwierigkeiten zu bewältigen, jedoch wurde der Turngedanke immer aufrecht erhalten und unter widrigsten Bedingungen trainiert. Großen Aufschwung nahm die Abteilung dann erst im Jahr 1969, nach Fertigstellung der Turn- und Mehrzweckhalle an der Schule.

Bis heute ist die Turnabteilung mit 499 Mitgliedern die größte Abteilung im SVB, in der es ein breit gefächertes Sportangebot für alle Altersgruppen gibt.

Im Jahr 1957 schloss sich der zwei Jahre vorher gegründete Schachclub dem SVB als Schachabteilung an. Bemerkenswert an der kleinsten SVB-Abteilung mit 21 Mitgliedern ist, dass nicht nur Erwachsene an den Schachbrettern sitzen, sondern seit vielen Jahren mit großem Erfolg Kinder- und Jugendarbeit betrieben wird; bereits zweimal nahmen SVB-Schachkinder an Deutschen Meisterschaften teil.

Im September 1967 fand nach einer arbeitsreichen Vorbereitungsphase die Gründungsversammlung der Tennisabteilung statt. Drei Sandplätze wurden gebaut, und die Brauerei Kitzmann stellte die "Tennishütte" zur Verfügung, so dass im April 1968 der Spielbetrieb beginnen konnte. 1971 wurde das vorerst gepachtete Grundstück einschließlich Nachbargrundstück gekauft, so dass 1972 drei weitere pflegeleichte Allwetterplätze gebaut werden konnten, die aber 1978 in Sandplätze umgewandelt wurden.

Ein schwerer Schlag für die Tennisabteilung war die Zerstörung des Holzgebäudes infolge einer nicht aufgeklärten Brandstiftung in der Nacht des 5.11.1995. Zwar beschlossen Abteilung und SVB-Vorstandschaft sehr schnell, ein neues Tennisheim zu errichten, jedoch musste während der Sommersaison 1996 tüchtig improvisiert werden, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Rechtzeitig zum Saisonbeginn 1997 konnte das neue Tennisheim seiner Bestimmung übergeben werden, das sich in seiner Funktionalität und Ausstattung sehen lassen kann. Nachdem in allen deutschen Vereinen der Tennisboom der späten 80er und frühen 90er Jahre vorbei ist, zählt die Abteilung derzeit 195 Mitglieder, ungefähr die Hälfte des höchsten Mitgliederstandes.

Mit der Fertigstellung der Turn- und Mehrzweckhalle Ende 1968 setzte beim SVB ein Aufschwung ein. Zu Fußball, Turnen, Schach und Tennis kamen 1968 Tischtennis und Judo dazu. Die Turnabteilung war zeitweise mit einer Leichtathletikgruppe vertreten.

Die Tischtennisabteilung - gegründet im Mai 1968 - erzielte vor allem im Jugendbereich große Erfolge bis hin zum Gewinn der Bayerischen Meisterschaft. Nachdem in den 90er Jahren immer weniger Erwachsene am Spielbetrieb teilnahmen und somit auch immer weniger Betreuer für den Kinder- und Jugendbereich vorhanden waren, musste der Punktspielbetrieb zum Jahresende 1999 eingestellt werden. Innerhalb der Turnabteilung findet derzeit ein Kinder- und Jugend- Tischtennistraining statt, das bei entsprechender Beteiligung und Qualifikation wieder an die früheren Erfolge anknüpfen könnte.

Die Judoabteilung ist - wie bei ihrer Gründung Ende 1968 - noch immer stark geprägt von der Sportphilosophie ihres Gründers Rolf Schmidt, wonach körperliche Fitness und Achtung vor dem Trainingspartner höher bewertet werden als strenger Drill und vorzeigbare Kampferfolge. Die Abteilung hat derzeit 117 Mitglieder, wobei mit Abstand die Kinder und Jugendlichen am stärksten vertreten sind.

Mit der Errichtung eines vereinseigenen Sportheims (einer von Siemens abgebauten Bürohalle auf dazu passend gebautem Untergeschoss) im Jahr 1980 konnte der SVB sein sportliches Angebot durch die Gründung einer Kegelabteilung erweitern, die auf zwei Kegelbahnen trainieren kann. Die Mannschaften erzielten rasch gute Erfolge, wobei die Damen häufig höherklassiger kegelten als ihre männlichen Kollegen. Durch rückläufige Mitgliederzahlen in den letzten Jahren konnte der Sportbetrieb nicht mehr fortgeführt werden, so dass derzeit keine Abteilung "Kegeln" besteht.

1994 trat eine Gruppe von Erlanger Aikido-Sportlern in den SVB ein und rief damit die Aikido-Abteilung ins Leben, die in den folgenden Jahren über 30 Mitglieder, zum großen Teil Studenten, hatte. Die engagierte Abteilungsleitung organisierte mehrmals bundesweite Lehrgänge mit einem renommierten japanischen Lehrer in Bubenreuth. Die tolle Arbeit, die mit erwachsenen und jungen Menschen dort geleistet wird, schlägt sich unter anderem in den aktuell 92 Mitgliedern nieder.

Großen Anteil an der Entwicklung des SVB von seiner Gründung an hatte der langjährige 1. Vorstand Hans Veith sen., der 1974 in Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des SVB ernannt wurde, und auch im hohen Alter bis zu seinem Tod im Dezember 1994 stets großen Anteil am Geschehen in "seinem" SVB nahm.

1972 hatte der SVB 980 Mitglieder, einige Jahre später stieg die Mitgliederzahl auf den Höchststand von über 1.300, und heute zählt der Verein 1050 Mitglieder, ca. 60% davon Kinder, Jugenliche, junge Erwachsene und Senioren. Auch wenn einzelne Sportler sich ab und zu in höhere sportliche Bereiche vorwagen, so ist doch der SVB ein Breitensportverein und seine Sportler sind Amateure.

Nach jahrzehntelanger Diskussion und Planung in verschiedenen Vorstandschaften wurde schließlich ein großes Vorhaben verwirklicht: Die Errichtung eines neuen Fußball-Trainingsgeländes am Steinbuckel.

Nachbarschaftsquerelen und Prozesse über Lärm- und sonstige Belästigungen hatten erste Überlegungen zur Verlagerung des gesamten Sportbetriebs an den Ortsrand zur Folge. Als Mitte der 90er Jahre die Planung für die vorgesehene ICE-Trasse begann und die dadurch zu erwartenden Beeinträchtigungen während der Bauphase sowie Grundstücksabtretungen an die Bundesbahn den Sportbetrieb in Frage stellten, entstand die Idee eines "Sportzentrums" am Steinbuckel.

Mit dem neuen Trainingsgelände ist ein erster, großer Schritt in diese Richtung getan. Der Sportverein hat der Gemeinde hier ein Fußballgelände mit Kabinen- und Duschengebäude gebaut und finanziert. Im Gegenzug darf er es für fünf Jahrzehnte nutzen.

Inwiefern die Zusammenarbeit mit der Gemeinde künftig verbessert und intensiviert werden kann und muss, wird die Zukunft zeigen.

Sicher werden weitere Investitionen in Sportstätten notwendig sein, um die soziale Infrastruktur, die der Sportverein in Bubenreuth darstellt, im bewährten Maße aufrecht erhalten zu können.

Das wird mit bewährten und neuen Formen der Zusammenarbeit hoffentlich zu bewältigen sein.